Hallenabsaugung: Wann Quellabsaugung, wann Hallenlüftung?
Das Wichtigste in Kürze
- Unter „Hallenabsaugung“ werden drei verschiedene Dinge verstanden: Absaugung an der Quelle, Hallenlüftung und Hallenluftreinigung.
- Bei Gefahrstoffen hat die Absaugung an der Quelle Vorrang. Was dort erfasst wird, kommt gar nicht erst in die Halle.
- Hallenlüftung und Luftreinigung ergänzen sie: für Frischluft, Restbelastung und diffuse Quellen.
- Der größte Kostenfaktor ist oft die Heizenergie – Luftrückführung und Wärmerückgewinnung können viel sparen.
„Die Luft in der Halle ist schlecht – wir brauchen eine Hallenabsaugung.“ So beginnen viele Gespräche mit uns. Die richtige Antwort hängt davon ab, woher die Belastung kommt. Dieser Beitrag hilft Ihnen, die Möglichkeiten zu unterscheiden und die passende Kombination zu finden.
Drei Wege zu sauberer Hallenluft
| Absaugung an der Quelle | Hallenlüftung (Zu- und Abluft) | Hallenluftreinigung (Umluft) | |
|---|---|---|---|
| Prinzip | Stoff dort absaugen, wo er entsteht | belastete Luft ab, Frischluft zu | Hallenluft ansaugen, filtern, zurückgeben |
| Wirkung | sehr hoch, Stoff erreicht den Atembereich kaum | verdünnt die Belastung, bringt Frischluft | senkt die Grundbelastung |
| Luftmenge | klein bis mittel | groß | groß |
| Passt für | Schweißplätze, Schleifplätze, Werkzeugmaschinen, Lackierplätze | Wärme, Feuchte, Restbelastung, viele kleine Quellen | diffuse Quellen, die sich nicht direkt erfassen lassen |
| Grenzen | braucht eine erfassbare Quelle | hoher Energiebedarf im Winter | bringt keine Frischluft, ersetzt keine Quellabsaugung |
Warum die Quelle zuerst kommt
Die Gefahrstoffverordnung verlangt eine feste Rangfolge der Schutzmaßnahmen. Für Rauch, Staub und Nebel heißt das: Erfassen an der Entstehungsstelle geht vor Verdünnen in der Halle. Der Grund ist einfach: Hat sich ein Stoff erst einmal in der Halle verteilt, muss ein Vielfaches an Luft bewegt werden, um ihn wieder herauszubekommen – und die Mitarbeiter haben ihn in der Zwischenzeit eingeatmet.
In der Praxis sehen wir oft, dass eine große Hallenlüftung nachgerüstet wurde, obwohl die eigentliche Ursache an wenigen Maschinen oder Arbeitsplätzen liegt. Dort gezielt abzusaugen ist meist wirksamer und im Betrieb günstiger.
Wann eine Hallenlüftung dazugehört
- Frischluft: Wer viel Luft absaugt und nach außen führt, muss sie ersetzen. Sonst entsteht Unterdruck, Tore pfeifen, Absaugungen verlieren Leistung.
- Wärme und Feuchte: Öfen, Trockner, Waschanlagen und Maschinen bringen Wärme und Feuchte in die Halle.
- Restbelastung: Auch die beste Quellabsaugung erfasst nicht alles – etwa beim Öffnen von Maschinen oder an Handarbeitsplätzen.
- Viele kleine, verteilte Quellen, die sich nicht einzeln absaugen lassen.
In Schweißhallen hat sich die Schichtlüftung bewährt: Frischluft wird langsam in Bodennähe eingebracht, der warme Rauch steigt auf und wird unter dem Dach abgesaugt. So bleibt der Atembereich sauberer als bei einer Mischlüftung, die alles verwirbelt.
Hallenluftreinigung: sinnvoll, aber kein Ersatz
Umluftgeräte saugen Hallenluft an, filtern sie und geben sie zurück. Sie senken die Grundbelastung und helfen bei diffusen Quellen. Sie bringen aber keine Frischluft und erfassen den Stoff erst, nachdem er im Raum ist. Für Gefahrstoffe aus erfassbaren Quellen sind sie deshalb eine Ergänzung, keine Alternative zur Absaugung an der Quelle.
Energie: der unterschätzte Kostenfaktor
Jeder Kubikmeter Luft, der im Winter nach außen geht, muss als kalte Außenluft nachströmen und aufgeheizt werden. Bei großen Luftmengen ist das schnell der größte Posten im Betrieb. Drei Stellschrauben:
- Luftmenge senken: Gute Erfassung an der Quelle braucht weniger Luft als eine Hallenlüftung. Bedarfsgerechte Regelung, etwa über Frequenzumrichter, spart zusätzlich.
- Luft zurückführen: Gereinigte Luft bleibt in der Halle, wo das für den Stoff zulässig ist. Bei krebserzeugenden Stäuben gelten dafür die Bedingungen der TRGS 560.
- Wärme zurückgewinnen: Wo die Luft nach außen muss, kann ein Wärmetauscher einen Teil der Wärme an die Zuluft übergeben.
So gehen Sie vor
- Quellen finden: Wo entsteht was, wie viel und wie oft? Welche Arbeitsplätze sind betroffen?
- Quellen erfassen: Für jede wesentliche Quelle die passende Absaugung festlegen – Einhausung, Haube, Absaugtisch oder Absaugarm.
- Bilanz ziehen: Wie viel Luft wird abgesaugt, wie viel davon zurückgeführt, wie viel muss als Frischluft nachkommen?
- Halle ergänzen: Lüftung oder Luftreinigung für Restbelastung, Wärme und Frischluft auslegen.
- Prüfen: Wirksamkeit nach der Inbetriebnahme messen und regelmäßig prüfen, mindestens alle drei Jahre.
So unterstützt KAWEHA
KAWEHA plant und baut seit 1991 Absauganlagen an der Quelle – für Schweißrauch, Stäube, Ölnebel und Lösemitteldämpfe, als Einzelgerät oder modular erweiterbare zentrale Anlage, auf Wunsch mit Luftrückführung, bei Aktivkohle-Anlagen auch mit Wärmerückgewinnung. Bei der Begehung sehen wir uns die Quellen in Ihrer Halle an und zeigen, wo eine gezielte Absaugung mehr bringt als zusätzliche Hallenluft.
Alle Absauganlagen im Überblick → · Schweißrauchabsaugung →
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Häufige Fragen
Was ist eine Hallenabsaugung?
Ein Sammelbegriff für Maßnahmen, die belastete Luft aus einer Halle entfernen: Absaugung direkt an der Quelle, Hallenlüftung mit Zu- und Abluft und Hallenluftreinigung im Umluftbetrieb. Welche Kombination passt, hängt von den Quellen ab.
Reicht eine Hallenlüftung bei Schweißrauch?
In der Regel nicht. Die TRGS 528 verlangt, Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle zu erfassen. Eine Hallenlüftung – zum Beispiel als Schichtlüftung – ergänzt die Absaugung und sorgt für Frischluft.
Was ist der Unterschied zwischen Hallenlüftung und Hallenluftreinigung?
Die Hallenlüftung tauscht belastete Luft gegen Frischluft aus. Die Hallenluftreinigung filtert die vorhandene Hallenluft und gibt sie zurück, bringt aber keine Frischluft.
Wie lassen sich Heizkosten bei der Absaugung senken?
Durch weniger Luftmenge dank guter Erfassung, bedarfsgerechte Regelung, Rückführung der gereinigten Luft, wo sie zulässig ist, und Wärmerückgewinnung, wo die Luft nach außen muss.
Zentral oder dezentral absaugen?
Zentrale Anlagen lohnen sich bei vielen Absaugstellen, weil Filter und Wartung an einer Stelle liegen. Dezentrale Geräte sind flexibel bei wechselnden Arbeitsplätzen. Oft ist eine Kombination die beste Lösung.



