KSS-Emissionen: Woher der Kühlschmierstoffnebel kommt und wie Sie ihn mindern

Olimaster Aerosolabscheider Kaweha Absauganlagen

Das Wichtigste in Kürze

  • KSS-Emissionen sind alles, was aus einer Maschine mit Kühlschmierstoff in die Hallenluft gelangt: Nebel, Dampf, Rauch und bei wassergemischten KSS auch Keime.
  • Wie viel entsteht, hängt vor allem von Druck und Menge des KSS, Drehzahl, Temperatur, Dichtheit der Maschine und dem Öffnen der Tür ab.
  • Die Quellen lassen sich mit einem einfachen Rundgang finden: Gegenlicht, Ölfilm, Geruch und der Blick beim Türöffnen verraten viel.
  • Am wirksamsten ist es, Nebel gar nicht erst entstehen zu lassen und den Rest im Arbeitsraum abzusaugen – bevor er die Halle erreicht.

„Bei uns nebelt es nicht“ – das hören wir oft beim ersten Gespräch. Bei der Begehung zeigt sich dann ein feiner Schleier unter dem Hallendach, ein Ölfilm auf den Leuchten und eine Wolke, sobald jemand die Maschinentür öffnet. KSS-Emissionen sind selten spektakulär, aber fast immer da. Dieser Beitrag zeigt, was genau aus der Maschine kommt, wovon die Menge abhängt und wie Sie die Quellen in Ihrer Halle finden und abstellen.

Was aus der Maschine in die Luft geht

Kühlschmierstoff (KSS) wird mit Druck an die Schneide gebracht. Dort trifft er auf ein schnell drehendes Werkzeug oder Werkstück und auf heiße Oberflächen. Dabei entstehen mehrere Formen von Emissionen, die sich in Entstehung und Abscheidung unterscheiden:

Form Wie sie entsteht Typisch bei Worauf es ankommt
Nebel (Aerosol) Der KSS-Strahl wird mechanisch zerschlagen: Aufprall, Schleudern am Werkzeug, Spritzen hohen Drehzahlen, Hochdruck- und Innenkühlung, Überflutungskühlung der größte Teil der Menge; grobe Tropfen lassen sich gut abscheiden
Dampf KSS verdampft an der heißen Schneide oder am Werkstück hohen Schnittwerten, schwer zerspanbaren Werkstoffen, Schleifen kühlt der Dampf ab, bildet er sehr feine Tröpfchen
Rauch Öl wird stark erhitzt, verdampft oder zersetzt sich teilweise und kondensiert zu feinsten Partikeln nicht wassermischbaren Ölen, Schleifen, Verzahnen, Tieflochbohren besonders fein, braucht eine passende Feinfilterstufe
Keime Bakterien und Pilze aus verkeimter Emulsion werden mit den Tröpfchen in die Luft getragen wassergemischten KSS mit schlechter Pflege beginnt im KSS-Tank, nicht an der Absaugung

Im Nebel stecken außerdem, was sich im KSS angesammelt hat: Metallabrieb, Fremdöl aus Hydraulik und Schmierung, Reste von Reinigern. Wie sich Nebel, Dampf und Rauch grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Beitrag Öldämpfe, Ölnebel und Ölrauch. Was die Emissionen für Atemwege und Haut bedeuten, steht im Beitrag Kühlschmierstoffe.

Wovon die Menge abhängt

Zwei gleiche Maschinen können sehr unterschiedlich viel Kühlschmierstoffnebel abgeben. Entscheidend sind diese Stellschrauben:

Einfluss Was passiert Was Sie tun können
Druck und Menge des KSS Je höher der Druck und je größer die Menge, desto feiner und mehr Nebel. Nachgerüstete Hochdruckkühlung verändert die Lage oft deutlich. Menge und Druck auf das nötige Maß einstellen, Düsen gezielt auf die Schneide richten.
Drehzahl und Schnittgeschwindigkeit Schnell drehende Werkzeuge und Spindeln schleudern den KSS in feinen Tröpfchen ab. Bei der Auslegung der Absaugung die höchsten tatsächlich gefahrenen Werte ansetzen.
Temperatur Heiße Schneiden und Werkstücke lassen KSS verdampfen; bei Ölen entsteht Rauch. Kühlwirkung prüfen; bei Rauch eine Feinfilterstufe vorsehen.
Art und Zustand des KSS Viskosität, Konzentration und Additive beeinflussen die Nebelneigung. Verkeimte Emulsionen tragen Keime in die Luft. KSS mit dem Lieferanten auf Nebelneigung abstimmen, Emulsion regelmäßig kontrollieren und pflegen.
Kapselung Undichte Türen, offene Dächer, fehlende Abdeckungen und Kabeldurchführungen lassen Nebel dauerhaft entweichen. Kapselung abdichten, Öffnungen schließen, Dichtungen tauschen.
Türöffnung Der Arbeitsraum ist voller Nebel. Wird die Tür direkt nach dem Bearbeiten geöffnet, strömt die Wolke in die Halle. Absaugung nachlaufen lassen, Tür erst nach einer kurzen Wartezeit öffnen, wo möglich mit Türverriegelung.
Abblasen mit Druckluft Beim Abblasen von Werkstücken und Spannmitteln wird anhaftender KSS fein zerstäubt. Nur im geschlossenen, abgesaugten Arbeitsraum abblasen, nicht vor der offenen Maschine.

Unsere Erfahrung aus vielen Begehungen: Die größte Einzelquelle ist häufig nicht die Bearbeitung selbst, sondern der Moment, in dem die Tür aufgeht. Eine Absaugung, die während der Bearbeitung gut arbeitet, aber beim Werkstückwechsel nicht nachläuft, verschenkt einen großen Teil ihrer Wirkung.

KSS-Emissionen vor Ort erkennen

Für einen ersten Eindruck brauchen Sie kein Messgerät. Achten Sie auf diese Zeichen:

  • Schleier im Gegenlicht: Im Licht von Fenstern, Hallenleuchten oder einer Taschenlampe wird feiner Nebel sichtbar, besonders unter dem Hallendach.
  • Ölfilm auf Flächen: Auf Leuchten, Kabeltrassen, Schaltschränken und Trägern sammelt sich der Nebel. Wo der Film am dicksten ist, liegt die Quelle meist in der Nähe.
  • Rutschige Böden rund um einzelne Maschinen, auch abseits von Spritzwasser.
  • Geruch: Ein muffiger oder fauliger Geruch weist auf verkeimte Emulsion hin, ein brenzliger Geruch auf Rauch.
  • Rückmeldungen der Mitarbeiter: gereizte Augen und Atemwege, Hautprobleme, Klagen über „dicke Luft“ nach bestimmten Aufträgen.

Wie hoch die Belastung tatsächlich ist, zeigt erst eine Ermittlung nach den Regeln für Gefahrstoffe. Wie Ölnebel gemessen wird, erklärt der Beitrag Ölnebel in der Halle, wie die Ergebnisse beurteilt werden, der Beitrag TRGS 900 und Kühlschmierstoffe.

Checkliste: Quellen finden

Gehen Sie diese Punkte bei laufender Produktion durch, am besten zu zweit und an einem normalen Arbeitstag:

  1. Halle im Gegenlicht ansehen: Wo steht ein Schleier, wo ist die Luft klar?
  2. Ölfilm auf Leuchten, Kabeltrassen und Schaltschränken vergleichen: An welchen Maschinen ist er am stärksten?
  3. Neben der Maschine stehen, wenn die Tür nach der Bearbeitung geöffnet wird: Kommt eine Wolke heraus?
  4. Kapselung ansehen: Dichtungen, Dach, Abdeckungen, Kabel- und Schlauchdurchführungen dicht?
  5. Späneförderer und Spänebehälter prüfen: Nebelt oder dampft es dort?
  6. Abblasen mit Druckluft beobachten: Wo und wie oft wird abgeblasen – im Arbeitsraum oder davor?
  7. KSS-Tank und Rücklauf prüfen: offen, warm, auffälliger Geruch?
  8. Absaugung prüfen: Läuft sie, zeigt die Differenzdruckanzeige normale Werte, ist ein Nachlauf eingestellt?
  9. Lage des Absaugstutzens prüfen: Sitzt er nicht direkt im KSS-Strahl, damit keine Flüssigkeit statt Nebel angesaugt wird?
  10. Änderungen notieren: Wurde seit der Planung der Absaugung Hochdruckkühlung nachgerüstet, ein anderer KSS eingeführt oder schneller gefahren?

Halten Sie das Ergebnis je Maschine kurz fest. So sehen Sie, wo Sie zuerst ansetzen, und haben eine gute Grundlage für Ihre Gefährdungsbeurteilung.

KSS-Emissionen mindern: von der Quelle her

Je früher Sie ansetzen, desto weniger muss am Ende abgesaugt werden:

  1. Weniger Nebel erzeugen: KSS-Menge und Druck anpassen, Düsen ausrichten, nebelarme KSS prüfen. Wo es technisch passt, sind Minimalmengenschmierung oder Trockenbearbeitung eine Option.
  2. Emulsion pflegen: Eine gepflegte Emulsion trägt weniger Keime in die Luft. Wie die Pflege gelingt, steht im Beitrag Kühlschmierstoffe.
  3. Maschine dicht halten: Kapselung vervollständigen, Dichtungen pflegen, offene Stellen schließen.
  4. Im Arbeitsraum absaugen: Ein Ölnebelabscheider saugt den Nebel ab, solange er noch in der Maschine ist. Die Luftmenge muss zum Arbeitsraum passen: zu wenig, und beim Öffnen entweicht Nebel; zu viel, und es wird unnötig KSS aus der Maschine gezogen.
  5. Abläufe anpassen: Nachlaufzeit vor dem Öffnen, Abblasen nur im geschlossenen Raum, Spänebehälter nicht offen neben dem Arbeitsplatz.

Die abgesaugte Luft wird in mehreren Stufen gereinigt. Der abgeschiedene KSS läuft ab und kann – je nach KSS und Zustand – zur Maschine zurückgeführt werden. Leitungen werden dafür mit Gefälle verlegt, damit sich keine Flüssigkeit darin sammelt. Wie die Filterstufen arbeiten, erklärt der Beitrag Ölnebelfilter.

So unterstützt KAWEHA

KAWEHA plant und baut seit 1991 Absauganlagen für Öl-, Emulsions- und KSS-Nebel – als Einzelgerät direkt an der Maschine oder als zentrale Anlage für ganze Linien. Unsere Oilmaster-Anlagen arbeiten mit drei Filterstufen: waschbarer Edelstahl-Gewebefilter, Kompakt-Taschenfilter und hydrophober Feinfilter. Sie erreichen schon in der Standardausführung einen Restölgehalt unter 2mg/m³ in der gereinigten Luft. Eine integrierte Pumpe führt den abgeschiedenen KSS ab, ein Frequenzumrichter passt die Luftmenge an die Maschine an.

Bei der Begehung gehen wir die Quellen mit Ihnen durch, Maschine für Maschine. Danach erhalten Sie ein Konzept und ein Angebot. Planung, Montage und Service kommen aus einer Hand, konstruiert und gefertigt in Nordhessen.

Zur Ölnebelabsaugung von KAWEHA →

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Häufige Fragen

Was sind KSS-Emissionen?

Alles, was bei der Bearbeitung mit Kühlschmierstoff in die Luft gelangt: Nebel aus zerstäubtem KSS, Dampf von heißen Oberflächen, Rauch bei stark erhitzten Ölen und bei wassergemischten KSS auch Keime aus der Emulsion.

Warum nebelt es vor allem beim Öffnen der Maschinentür?

Während der Bearbeitung füllt sich der Arbeitsraum mit Nebel. Wird die Tür sofort danach geöffnet, strömt diese Wolke in die Halle. Abhilfe schaffen ein Nachlauf der Absaugung und eine kurze Wartezeit vor dem Öffnen.

Gibt es einen Grenzwert für KSS-Emissionen?

Einen einheitlichen Arbeitsplatzgrenzwert für Kühlschmierstoffe gibt es nicht. Beurteilt wird anhand von Grenzwerten für einzelne Inhaltsstoffe, der Beurteilungsmaßstäbe der DGUV Regel 109-003 und des Stands der Technik.

Wie erkenne ich, dass meine Absaugung nicht mehr reicht?

Typische Zeichen sind ein Ölfilm auf Leuchten und Schaltschränken, Nebel beim Öffnen der Tür und ein steigender Differenzdruck am Filter. Oft wurde auch die Bearbeitung verändert, etwa durch Hochdruckkühlung oder höhere Drehzahlen, ohne die Absaugung anzupassen.

Hilft Minimalmengenschmierung gegen KSS-Nebel?

Sie verringert die KSS-Menge deutlich und damit meist auch die Emissionen. Ganz ohne Nebel geht es aber auch hier nicht, und nicht jedes Verfahren eignet sich dafür. Eine Absaugung im Arbeitsraum bleibt in vielen Fällen sinnvoll.

Kann der abgeschiedene Kühlschmierstoff wiederverwendet werden?

Oft ja. Der Abscheider sammelt den KSS, eine Pumpe führt ihn zur Maschine zurück. Ob das sinnvoll ist, hängt vom KSS und seinem Zustand ab, zum Beispiel davon, ob er stark verschmutzt oder verkeimt ist.