Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-Zonen beschreiben, wie oft und wie lange eine explosionsfähige Atmosphäre auftritt: Zone 0, 1, 2 für Gase, Dämpfe und Nebel, Zone 20, 21, 22 für Stäube.
  • Zu jeder Zone gehört eine Gerätekategorie: 1 für Zone 0 und 20, 2 für Zone 1 und 21, 3 für Zone 2 und 22 – mit G für Gas und D für Staub.
  • Eine Absauganlage kann selbst eine Ex-Zone in sich tragen, vor allem im Filter. Dann braucht sie eine Ex-geschützte Ausführung – eine ATEX-Absauganlage.
  • Die Zonen legt der Betreiber im Explosionsschutzdokument fest. Der Hersteller liefert die passende Anlage und die Unterlagen dazu.

Wo Lösemittel verdunsten, Pulver abgefüllt oder Metallteile geschliffen werden, kann eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen – in der Halle und im Inneren der Absauganlage. Damit Geräte und Anlagen dort sicher arbeiten, werden solche Bereiche in Ex-Zonen eingeteilt. Dieser Beitrag erklärt die Zoneneinteilung, die Kennzeichnung der Geräte und worauf es bei einer Ex-geschützten Absaugung ankommt. Wie es überhaupt zu einer Explosion kommt, lesen Sie im Beitrag Staubexplosion.

Was eine Ex-Zone ist

Eine explosionsfähige Atmosphäre ist ein Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben, in dem sich ein Brand nach der Zündung von selbst ausbreitet. Ein Bereich, in dem sie in gefährlicher Menge auftreten kann, ist ein explosionsgefährdeter Bereich. Er wird in Zonen eingeteilt – danach, wie häufig und wie lange mit der explosionsfähigen Atmosphäre zu rechnen ist. Je häufiger sie auftritt, desto strenger sind die Anforderungen an Geräte und Anlagen.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Nebel aus brennbaren Flüssigkeiten gehören zur Gruppe der Gase und Dämpfe. Fein versprüht können solche Flüssigkeiten auch unterhalb ihres Flammpunkts explosionsfähig sein.

Ex-Zonen und Gerätekategorien im Überblick

Wie oft tritt die explosionsfähige Atmosphäre auf? Gase, Dämpfe, Nebel Stäube Geeignete Gerätekategorie
ständig, über lange Zeiträume oder häufig Zone 0 Zone 20 1G bzw. 1D
im Normalbetrieb gelegentlich Zone 1 Zone 21 2G bzw. 2D (oder Kategorie 1)
im Normalbetrieb normalerweise nicht, und wenn, dann nur kurz Zone 2 Zone 22 3G bzw. 3D (oder Kategorie 1 oder 2)

Die Kategorie sagt, wie sicher ein Gerät gegen Zündung ausgelegt ist:

  • Kategorie 1: sehr hohes Schutzniveau – das Gerät bleibt auch bei seltenen Störungen sicher.
  • Kategorie 2: hohes Schutzniveau – sicher auch bei Störungen, mit denen üblicherweise zu rechnen ist.
  • Kategorie 3: normales Schutzniveau – sicher im Normalbetrieb.

Ein Gerät mit höherer Kategorie darf in einer weniger strengen Zone eingesetzt werden, umgekehrt nicht. Welche Stellen einer Staubabsaugung typischerweise in welche Zone fallen, zeigt der Beitrag Staubexplosion.

Was die Angaben auf dem Typenschild bedeuten

Wer nach „Ex-Klassen“ sucht, meint meist die Angaben, mit denen ein Gerät für explosionsgefährdete Bereiche gekennzeichnet ist. Die wichtigsten:

Angabe Bedeutung
Ex-Zeichen im Sechseck Das Gerät ist für explosionsgefährdete Bereiche gebaut.
II Gerätegruppe II: alle Bereiche außer dem Bergbau unter Tage.
1, 2 oder 3 mit G oder D Gerätekategorie und ob für Gas (G) oder Staub (D) – zum Beispiel „II 3D“.
IIA, IIB, IIC Explosionsgruppe bei Gasen. IIC ist die strengste, etwa für Wasserstoff.
IIIA, IIIB, IIIC Explosionsgruppe bei Stäuben: brennbare Flusen, nicht leitfähige Stäube, leitfähige Stäube wie viele Metallstäube.
T1 bis T6 bzw. Temperatur in °C höchste Oberflächentemperatur. Bei Gasen als Temperaturklasse (T1 bis 450°C, T6 bis 85°C), bei Stäuben als Gradzahl.

Die Oberflächentemperatur muss mit Sicherheitsabstand unter der Zündtemperatur des Stoffs liegen. Bei Stäuben gilt das sowohl für die aufgewirbelte Staubwolke als auch für abgelagerten Staub, der auf heißen Flächen zu glimmen beginnen kann.

Gase und Stäube: ein wichtiger Unterschied in der Absaugung

Gase, Dämpfe, Nebel Stäube
Ziel in der Absaugung Konzentration in Haube und Rohr durch genug Luft deutlich unter der unteren Explosionsgrenze halten Im Filter sammelt sich der Staub zwangsläufig – eine explosionsfähige Staubwolke lässt sich dort meist nicht vermeiden
Kritische Stelle Erfassung, Rohrleitung, Ventilator, Stellen, an denen sich Dämpfe sammeln können Filter auf der Rohgasseite, Staubsammelbehälter, Abreinigung
Zusätzlicher Schutz Zündquellen vermeiden, Luftmenge überwachen, bei Bedarf Flammendurchschlagsicherungen Zündquellen vermeiden und die Auswirkungen einer Explosion begrenzen: Druckentlastung, Unterdrückung, Entkopplung

Deshalb ist die Luftmenge bei Lösemitteldämpfen eine Sicherheitsgröße: Wird sie gedrosselt, etwa durch einen zugesetzten Filter, steigt die Konzentration im Rohr. Bei Stäuben dagegen sorgt erst die Bauweise der Filteranlage dafür, dass eine Explosion im Inneren beherrschbar bleibt.

Was eine Absauganlage in Ex-Bereichen braucht

Bei einer Absauganlage sind drei Bereiche getrennt zu betrachten: die Umgebung, in der sie steht, ihr Inneres auf der Rohgasseite (Erfassung, Rohre, Filter, Staubbehälter) und die Reingasseite hinter dem Filter. Für jeden Bereich gilt die passende Zone und damit die passende Kategorie. Die Kennzeichnung einer Anlage kann deshalb für innen und außen unterschiedlich sein.

  • Zündquellen vermeiden: Alle Bauteile in passender Kategorie – nicht nur Motoren und Schalter, sondern auch mechanische Teile wie Ventilator, Zellenradschleuse oder Abreinigung. Keine heißen Oberflächen. Funken aus dem Prozess müssen durch Funkenvorabscheider oder Funkenerkennung von der Filteranlage ferngehalten werden – oder das Gerät ist nur für Prozesse ohne Funken zugelassen.
  • Erdung und Potentialausgleich: Rohre, Flansche, Gehäuse, Stützkörbe und Staubbehälter werden leitend verbunden und geerdet, Schläuche sind ableitfähig. So kann sich keine elektrostatische Ladung aufbauen, die sich als Funke entlädt.
  • Ableitfähige Filter: Filtermedien mit antistatischer Ausrüstung, etwa mit eingearbeiteten leitfähigen Fasern oder aluminierter Oberfläche, die über die Halterung geerdet sind.
  • Bei Stäuben die Auswirkungen begrenzen: Explosionsdruckentlastung, Explosionsunterdrückung oder druckfeste Bauweise und eine Entkopplung zu Rohrleitungen und Staubaustrag. Was diese Maßnahmen leisten, erklärt der Beitrag Staubexplosion. Für die Auslegung braucht man Kenngrößen des Staubs wie den KSt-Wert.
  • ATEX-Ventilatoren: Ein Ventilator, der ein explosionsfähiges Gemisch fördert oder in einer Ex-Zone steht, braucht eine Ex-Ausführung: einen Motor mit passendem Zündschutz und eine Bauweise, bei der auch ein Anstreifen des Laufrads keine zündfähigen Funken erzeugt. Bei Staubanlagen sitzt er meist auf der Reingasseite. Auch dort ist zu bewerten, was bei einem Filterschaden passiert.
  • Überwachen: Differenzdruck am Filter, Füllstand im Staubbehälter und – bei Dämpfen – die Luftmenge. Fallen sie aus dem Rahmen, muss die Anlage reagieren.
  • Sauber halten: Staub regelmäßig austragen und Ablagerungen an Anlage und Rohren vermeiden. Abgelagerter Staub kann eine Ex-Zone erst entstehen lassen.

Das Explosionsschutzdokument

Die Gefahrstoffverordnung verpflichtet den Arbeitgeber, Explosionsgefährdungen zu beurteilen und das Ergebnis in einem Explosionsschutzdokument festzuhalten – vor Aufnahme der Tätigkeit. Es enthält unter anderem:

  • welche brennbaren Stoffe vorkommen und wo explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann,
  • die Einteilung in Zonen, auch im Inneren von Anlagen,
  • die technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen,
  • die erforderlichen Prüfungen nach Betriebssicherheitsverordnung,
  • Regeln für Arbeiten in Ex-Bereichen, etwa Freigaben für Schweißarbeiten.

Das Dokument wird fortgeschrieben, wenn sich etwas ändert – neue Stoffe, neue Maschinen, eine erweiterte Absaugung. Der Hersteller der Absauganlage liefert dafür die Grundlagen: Konformitäts- oder Herstellererklärung, Kennzeichnung, Betriebsanleitung und Angaben zu Schutzeinrichtungen wie Entlastungsflächen.

Grundlage sind die europäischen ATEX-Richtlinien: 2014/34/EU für Hersteller von Geräten und Schutzsystemen, 1999/92/EG für den Schutz der Beschäftigten. In Deutschland sind sie in der Gefahrstoffverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung umgesetzt und in den TRGS 720 bis 727 näher beschrieben.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung und keine Beratung durch Fachleute für Explosionsschutz. Maßgeblich sind die aktuellen Fassungen der Vorschriften und Regeln.

Checkliste

  1. Sind alle brennbaren Gase, Lösemittel, Nebel und Stäube in Ihrem Betrieb erfasst – mit ihren Kenngrößen aus Sicherheitsdatenblatt oder Messung?
  2. Gibt es ein aktuelles Explosionsschutzdokument, und sind darin auch die Zonen im Inneren der Absauganlage festgelegt?
  3. Passen Kategorie, Explosionsgruppe und Temperaturangabe aller Geräte zur jeweiligen Zone und zum Stoff?
  4. Sind Rohre, Schläuche, Filter und Gehäuse durchgängig geerdet?
  5. Können Funken aus dem Prozess in die Filteranlage gelangen?
  6. Ist die Filteranlage bei brennbaren Stäuben gegen die Auswirkungen einer Explosion geschützt und entkoppelt?
  7. Wurde das Dokument nach der letzten Änderung an Anlage oder Prozess angepasst?

So unterstützt KAWEHA

KAWEHA baut seit 1991 Absauganlagen in ATEX-Ausführung – in eigener Konstruktion und Fertigung in Nordhessen. Dazu gehören der Dustmaster und der Nano-Deduster für brennbare Stäube, Industriesauger und zentrale Hochvakuumanlagen und als mobiles Gerät der Air 1.500 EX für brennbare Stäube und Pulver bei Prozessen ohne Funken. Wir legen Erfassung, Filter, Ventilator, Druckentlastung und Entkopplung passend zu Ihren Stoffen und Zonen aus und liefern die Unterlagen für Ihr Explosionsschutzdokument mit.

So gehen wir vor: kostenlose Erstberatung, Abstimmung per Teams oder Telefon, Begehung vor Ort, Konzept und Angebot, dann Montage und Service – alles aus einer Hand.

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Absaugung für einen Ex-Bereich geplant?

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Häufige Fragen

Was sind Ex-Zonen?

Ex-Zonen teilen explosionsgefährdete Bereiche danach ein, wie häufig und wie lange eine explosionsfähige Atmosphäre auftritt. Für Gase, Dämpfe und Nebel gibt es die Zonen 0, 1 und 2, für Stäube die Zonen 20, 21 und 22. Zone 0 und 20 sind die strengsten.

Was ist der Unterschied zwischen Zone 1 und Zone 21?

Beide beschreiben Bereiche, in denen im Normalbetrieb gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre auftritt. Zone 1 gilt für Gase, Dämpfe und Nebel, Zone 21 für Stäube. Geräte brauchen dort die Kategorie 2G beziehungsweise 2D.

Was bedeutet Gerätekategorie 2G oder 3D?

Die Zahl gibt das Schutzniveau an, der Buchstabe die Art der Atmosphäre: G für Gas, D für Staub. Ein Gerät der Kategorie 2G ist für Zone 1 und 2 geeignet, eines der Kategorie 3D für Zone 22.

Was ist eine Ex-geschützte Absaugung oder ATEX-Absauganlage?

Eine Absauganlage, die für explosionsgefährdete Bereiche und brennbare Stoffe ausgelegt ist. Sie vermeidet Zündquellen, ist durchgängig geerdet, hat ableitfähige Filter und passende Ventilatoren und ist bei brennbaren Stäuben gegen die Auswirkungen einer Explosion geschützt und entkoppelt.

Was meint man mit Ex-Klassen?

Meist die Angaben auf dem Typenschild eines Ex-Geräts: Gerätegruppe, Kategorie, Explosionsgruppe (zum Beispiel IIB oder IIIC) und Temperaturklasse (T1 bis T6). Zusammen zeigen sie, in welcher Zone und mit welchem Stoff ein Gerät eingesetzt werden darf.

Darf ein Gerät der Kategorie 2 in Zone 22 eingesetzt werden?

Ja, wenn es für Staub (D) gekennzeichnet ist und Explosionsgruppe und Temperatur zum Staub passen. Ein Gerät mit höherem Schutzniveau darf in einer weniger strengen Zone arbeiten, umgekehrt nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Absauganlage ist wirksam, wenn sie den Stoff an der Quelle erfasst und die Belastung in der Atemluft niedrig hält – nicht schon, weil der Ventilator läuft.
  • Geprüft wird in Stufen: Erfassung sichtbar machen, Volumenstrom messen und mit den Planwerten vergleichen, Filterzustand kontrollieren, bei Bedarf in der Atemluft messen.
  • Die Gefahrstoffverordnung verlangt, Funktion und Wirksamkeit technischer Schutzmaßnahmen regelmäßig zu prüfen, mindestens alle drei Jahre, und das Ergebnis festzuhalten.
  • Lässt die Leistung nach, liegt es meist an zugesetzten Filtern, Leckagen, verstellten Klappen oder an Erweiterungen ohne neuen Abgleich.

Viele Absauganlagen laufen jahrelang, ohne dass jemand nachmisst. Die Leistung lässt dabei schleichend nach – so langsam, dass es im Alltag kaum auffällt. Erst ein Geruch in der Halle, ein Staubfilm auf den Maschinen oder eine Arbeitsplatzmessung zeigen, dass die Absaugung nicht mehr leistet, wofür sie geplant wurde. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie die Wirksamkeit Ihrer Anlage Schritt für Schritt prüfen, was die Pflichten sind und wo die Ursachen meist liegen. Worauf es schon bei der Planung ankommt, lesen Sie im Beitrag Absaugung von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz.

Was „wirksam“ bei einer Absauganlage heißt

Die Wirksamkeit hat drei Ebenen, die aufeinander aufbauen:

  1. Erfassung: Der Stoff gelangt vollständig in Haube, Absaugarm oder Einhausung.
  2. Abscheidung: Der Filter hält den Stoff zurück, die Anlage bringt die geplante Luftmenge.
  3. Ergebnis: Die Belastung in der Atemluft der Beschäftigten liegt sicher unter den Grenzwerten.

Für die Bewertung brauchen Sie Bezugswerte: die Planwerte aus der Auslegung und die Messwerte bei der Inbetriebnahme. Ohne sie lässt sich nur sagen, wie viel die Anlage heute leistet – nicht, ob das noch genug ist. Fehlen die Unterlagen, wird die erste gründliche Messung zum neuen Bezugswert.

Die Prüfung in vier Schritten

Schritt Was geprüft wird Wie
1. Erfassung Gelangt der Stoff in die Haube? Rauch- oder Strömungstest, Erfassungsgeschwindigkeit an der Quelle
2. Luftmengen Bringt jede Absaugstelle ihren Planwert? Volumenstrom im Rohr oder an der Öffnung messen
3. Filter Ist der Filter in Ordnung und dicht? Differenzdruck, Abreinigung, Reingasseite prüfen
4. Atemluft Ist die Belastung niedrig genug? Ermittlung nach TRGS 402, z. B. Arbeitsplatzmessung

Schritt 1: Erfassung sichtbar machen

Der einfachste und oft aufschlussreichste Test ist der Rauch- oder Strömungstest: Mit einem Rauchröhrchen oder einem kleinen Nebelgerät wird an der Entstehungsstelle sichtbarer Rauch erzeugt. Zieht er vollständig und zügig in die Haube, stimmt die Erfassung. Treibt er seitlich weg oder steigt er am Gesicht vorbei, stimmt sie nicht.

Wichtig ist, unter echten Bedingungen zu testen: mit dem Werkstück, in der üblichen Arbeitshaltung, mit geöffnetem Hallentor und laufender Hallenlüftung. Querströmungen und die Thermik von warmem Rauch verändern das Bild oft stark.

Mit einem Anemometer lässt sich zusätzlich die Erfassungsgeschwindigkeit messen – also wie schnell die Luft an der Entstehungsstelle in Richtung Haube strömt. Sie nimmt mit dem Abstand zur Öffnung sehr schnell ab. Gemessen wird deshalb dort, wo der Stoff entsteht, nicht nur direkt an der Haubenöffnung. Welche Geschwindigkeit nötig ist, hängt von Stoff, Thermik und Umgebung ab und steht in der Auslegung.

Schritt 2: Volumenstrom messen und vergleichen

Der Volumenstrom gibt an, wie viel Luft pro Stunde an einer Absaugstelle abgesaugt wird, meist in m³/h. Er wird gemessen:

  • im Rohr: mit einem Staurohr an mehreren Punkten über den Rohrquerschnitt, an einer möglichst geraden Rohrstrecke. Das ist das genaueste Verfahren.
  • an der Öffnung: mit einem Anemometer über die Fläche der Haube oder Kabine verteilt, multipliziert mit der Fläche. Das geht schnell, ist aber ungenauer.

Verglichen wird jede Absaugstelle mit ihrem Planwert und die Summe mit der Gesamtluftmenge der Anlage. Weichen alle Stellen gleichmäßig ab, liegt die Ursache meist an Filter oder Ventilator. Weichen nur einzelne ab, eher an Klappen, Leckagen oder am Rohrnetz. Bei Staub zählt zusätzlich die Geschwindigkeit im Rohr: Ist sie zu niedrig, lagert sich Staub ab, die Rohre wachsen langsam zu – bei brennbarem Staub auch ein Sicherheitsrisiko.

Am Ventilator lohnt ein Blick auf Drehzahl, Stromaufnahme und Drehrichtung. Ein Ventilator, der nach einem Motortausch falsch herum läuft, fördert noch Luft – aber deutlich weniger.

Schritt 3: Filterzustand und Abscheidung prüfen

  • Differenzdruck: Die Anzeige zeigt den Widerstand des Filters. Steigt er dauerhaft an, ist der Filter zugesetzt oder die Abreinigung arbeitet nicht richtig. Ist er auffällig niedrig oder plötzlich gefallen, kann ein Filter gerissen oder falsch eingesetzt sein. Vergleichen Sie mit dem Anfangswert nach dem letzten Filterwechsel und dem Endwert des Herstellers.
  • Abreinigung: Bei abreinigbaren Filtern Druckluft, Ventile und Takt prüfen. Eine ausgefallene Abreinigung lässt den Differenzdruck schnell steigen.
  • Reingasseite: Staub am Ausblas, ein Ölfilm hinter dem Filter oder Geruch weisen auf einen Filterschaden oder undichte Dichtungen hin.
  • Staubaustrag: Ein voller Behälter oder eine undichte Schleuse saugt Falschluft und verschlechtert die Absaugung.
  • Bei Luftrückführung: Nachfilter und Überwachung prüfen. Bei krebserzeugenden Stäuben gelten dafür die Anforderungen der TRGS 560.

Schritt 4: Belastung in der Atemluft ermitteln

Ob die Absaugung ausreicht, zeigt sich am Ende in der Atemluft. Die TRGS 402 beschreibt, wie die Belastung ermittelt und beurteilt wird. Häufig geschieht das durch eine Arbeitsplatzmessung: Ein Probenahmegerät sammelt im Atembereich der Beschäftigten über eine typische Schicht Proben, die im Labor ausgewertet und mit dem Arbeitsplatzgrenzwert oder anderen Beurteilungsmaßstäben verglichen werden. Solche Messungen führen fachkundige Stellen durch, etwa akkreditierte Messstellen.

Nicht immer ist eine Messung nötig. Die TRGS 402 lässt auch andere Wege zu, zum Beispiel die Übertragung von Ergebnissen vergleichbarer Arbeitsplätze. Nach größeren Änderungen an Anlage oder Arbeitsverfahren ist eine neue Ermittlung aber meist sinnvoll.

Prüfpflicht und Dokumentation

Die Gefahrstoffverordnung verlangt, die Funktion und Wirksamkeit technischer Schutzmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen, mindestens alle drei Jahre. Das Ergebnis ist aufzuzeichnen und in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Unabhängig davon ist eine Prüfung sinnvoll, wenn sich etwas ändert: neue Maschinen, neue Werkstoffe, Umbau der Halle oder Erweiterung der Absaugung. Für Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen kommen Prüfungen nach der Betriebssicherheitsverordnung hinzu.

Ein gutes Prüfprotokoll enthält:

  • Datum, Prüfer und geprüfte Anlage,
  • Messwerte je Absaugstelle im Vergleich zu den Planwerten,
  • Differenzdruck, Zustand von Filter, Abreinigung und Staubaustrag,
  • Ergebnis des Rauchtests an den wichtigsten Stellen,
  • festgestellte Mängel, Maßnahmen und Termin der nächsten Prüfung.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die aktuellen Fassungen der Gefahrstoffverordnung und der Technischen Regeln.

Warum Absauganlagen mit der Zeit schlechter saugen

Ursache Woran Sie es erkennen Was hilft
Zugesetzte Filter, Abreinigung ausgefallen Differenzdruck hoch, alle Stellen saugen schwächer Abreinigung prüfen, Filter wechseln
Leckagen in Rohren, Schläuchen, Flanschen, Revisionsklappen Pfeifen, Staubspuren an Verbindungen, an der Haube kommt weniger an Undichtigkeiten suchen und abdichten, Schläuche tauschen
Verstellte oder offene Klappen einzelne Stellen zu stark, andere zu schwach; ungenutzte Stellen offen Klappen nach Protokoll einstellen und sichern
Erweiterung ohne Abgleich hintere Stellen schwächer seit dem Anschluss neuer Maschinen Rohrnetz neu berechnen und einregeln, gegebenenfalls Ventilator anpassen
Ablagerungen im Rohrnetz Volumenstrom sinkt langsam, Geräusche, sichtbare Ablagerungen Rohre reinigen, Geschwindigkeit im Rohr prüfen
Ventilator falsche Drehrichtung, rutschender Riemen, verschmutztes Laufrad, falsch eingestellter Frequenzumrichter Ventilator prüfen und warten
Erfassung verändert Haube versetzt, Absaugarm wird nicht nachgeführt, neue Zugluft durch Tore oder Lüftung Haube zurücksetzen, Mitarbeiter einweisen, Querströmung abschirmen

Checkliste

  1. Liegen Planwerte und Messwerte der Inbetriebnahme vor?
  2. Zieht der Rauch beim Test an jeder Absaugstelle vollständig in die Haube – auch unter echten Arbeitsbedingungen?
  3. Erreicht jede Absaugstelle ihren geplanten Volumenstrom?
  4. Liegt der Differenzdruck im normalen Bereich, und funktioniert die Abreinigung?
  5. Ist die Reingasseite sauber und der Filter dicht?
  6. Wurden seit der letzten Prüfung Absaugstellen ergänzt oder Klappen verstellt?
  7. Ist die Belastung in der Atemluft nach TRGS 402 ermittelt?
  8. Ist die letzte Wirksamkeitsprüfung jünger als drei Jahre und dokumentiert?

So unterstützt KAWEHA

KAWEHA plant und baut Absauganlagen seit 1991 – mit eigener Konstruktion und Fertigung in Nordhessen, Planung, Montage und Service aus einer Hand. Für Anlagen, die wir betreuen, übernehmen wir Wartung und Prüfung mit Protokoll für Ihre Unterlagen: Wir messen die Luftmengen, prüfen Filter und Abreinigung und regeln die Anlage bei Bedarf neu ein. Soll Ihre Absaugung erweitert werden oder reicht sie nicht mehr, legen wir sie neu aus.

So gehen wir vor: kostenlose Erstberatung, Abstimmung per Teams oder Telefon, Begehung vor Ort, Konzept und Angebot, dann Montage und Service.

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Häufige Fragen

Wie oft muss die Wirksamkeit einer Absauganlage geprüft werden?

Nach Gefahrstoffverordnung regelmäßig, mindestens alle drei Jahre. Dazu kommen Wartung und Filterwechsel nach Herstellerangaben sowie eine Prüfung nach jeder größeren Änderung an Anlage oder Arbeitsverfahren.

Wie misst man den Volumenstrom einer Absauganlage?

Am genauesten im Rohr mit einem Staurohr an mehreren Punkten über den Querschnitt. Schneller, aber ungenauer geht es mit einem Anemometer an der Öffnung der Haube. Der Messwert wird mit dem Planwert der Absaugstelle verglichen.

Was ist ein Rauchtest bei der Absaugung?

An der Entstehungsstelle wird mit einem Rauchröhrchen oder Nebelgerät sichtbarer Rauch erzeugt. Zieht er vollständig in die Haube, stimmt die Erfassung. Treibt er weg, erfasst die Absaugung den Stoff nicht zuverlässig.

Was sagt der Differenzdruck über den Filter aus?

Er zeigt den Widerstand des Filters. Ein hoher Wert bedeutet einen zugesetzten Filter oder eine gestörte Abreinigung. Ein auffällig niedriger oder plötzlich gefallener Wert kann auf einen gerissenen oder schlecht sitzenden Filter hinweisen.

Warum saugt meine Absauganlage schlechter als früher?

Häufige Ursachen sind zugesetzte Filter, Leckagen im Rohrnetz, verstellte Klappen, neu angeschlossene Absaugstellen ohne Abgleich, Ablagerungen in den Rohren oder ein Problem am Ventilator. Eine Messung der Luftmengen zeigt meist schnell, wo es liegt.

Muss die Belastung in der Atemluft immer gemessen werden?

Nicht immer. Die TRGS 402 lässt auch andere Wege der Ermittlung zu, etwa die Übertragung von Ergebnissen vergleichbarer Arbeitsplätze. Nach größeren Änderungen ist eine neue Ermittlung aber meist sinnvoll.